Abendgymnasium wird Umweltschule in Europa

Brauchen wir Plastikbecher für den Kaffee-Automaten unserer Schule? Finden wir Alternativen dazu? — Können wir dazu beitragen, dass nicht nur der Plastikmüll, sondern auch die Vernichtung von ungeheuren Mengen an Lebensmitteln reduziert wird?
Fragen wie diesen wird sich künftig das Abendgymnasium Sophie Scholl in Osnabrück verstärkt widmen. Monika Ahlrichs, Landeskoordinatorin im Niedersächsischen Kulturministerium für das Projekt „Umweltschule in Europa/Internationale Agenda 21-Schule“, besuchte das Abendgymnasium Sophie Scholl, um einer Arbeitsgruppe aufmunternde Unterstützung, Vorschläge und Tipps zu geben, wie sich die Schule für Erwachsene für Nachhaltigkeit und Umweltprojekte einsetzen könnte. Die Schule ist erstmalig im Projekt aufgenommen und bewirbt sich um den Rang und Titel einer Umweltschule in Europa. Umweltschule in Europa – Internationale Agenda 21 Schule ist eine Ausschreibung der internationalen Umweltbildungsorganisation Foundation for Environmental Education (FEE), in Deutschland vertreten durch die Deutsche Gesellschaft für Umwelterziehung (DGU). Gegenwärtig beteiligen sich weltweit über 20000 Schulen in mehr als 40 Staaten; in Deutschland waren es im Schuljahr 2014/2015 mehr als 750 Schulen aus acht Bundesländern.

v .l.:H. Gieske, M. Keßling, Dr. Ch. Högermann, J. Ludewig, M. Ahlrichs

 „In Niedersachsen hat erfreulicherweise das Kultusministerium die Förderung des Projekts übernommen.“  sagte Frau Ahlrichs,  „ Schulen bewerben sich, wenn sie das Gefühl haben, man bewege etwas an der Schule, es laufe etwas an der Schule. Ich finde es ganz toll, dass sich eine Schule des Zweiten Bildungsweges für das Projekt bewirbt und sich mit Themen der nachhaltigen Entwicklung engagiert beschäftigt.“ Am Abendgymnasium Sophie Scholl soll in kleinen Schritten, die Bereitschaft zur Mitarbeit  und  Durchhaltevermögen im Projekt auf Seiten der Studierenden, die berufsbegleitend die Schule besuchen, erfolgen.  Ohnehin werden in verschiedenen Fächern und  Kursen bereits intensiv Umweltthemen behandelt. Ansprechpartnerin für das Projekt am Abendgymnasium ist die Biologielehrerin Dr. Christiane Högermann. Die Biologin beschäftigt sich nicht nur dienstlich mit Umweltanliegen und Nachhaltigkeit, sondern ist u. a. auch im Lehrerbeirat der Deutschen Bundesstiftung Umwelt aktiv tätig. Das Abendgymnasium wird von nun an in zwei selbst gewählten Handlungsfeldern arbeiten und nach zwei Jahren eine Dokumentation vorlegen. Das Thema „Lebensmittelverschwendung und Überproduktion an nicht verwerteten Lebensmitteln“ bildet den Schwerpunkt des Projektes. Parallel wird u.a. die Problematik der Plastikbecher in der Getränkeversorgung, z. B. die „To-go-Kaffee-Becher“ in den Fokus gerückt. Geplant sind verschiedene Kooperationen mit Osnabrücker Lebensmittelherstellern und Bäckereien sowie Umweltinstitutionen.  Persönliche Verhaltensänderungen und Beiträge zu einer verbesserten nachhaltigen Entwicklung in Schule und Unternehmen könnten ein Ergebnis des Projektes sein. „Die vielen privaten und beruflichen Lebenserfahrungen und Kenntnisse unserer Studierenden werden sicherlich bei der Planung und Realisierung des Projektes „Umweltschule in Europa“ von großem Vorteil sein.“ sagt Manfred Keßling, Schulleiter des Abendgymnasiums Sophie Scholl Osnabrück.


NOZ-Artikel vom 14.12.2015