Biologie

Ziele und Inhalte des Biologieunterrichts in der Einführungs- und Qualifikationsphase am Abendgymnasium Sophie Scholl

 

Allgemein

Der Biologieunterricht hat die Aufgabe, den Studierenden sukzessive zu einem rational fundierten Selbstverständnis und dem Durchschauen von Wechselbeziehungen in Umwelt und Gesellschaft zu befähigen.Daraus ergeben sich folgende Anforderungen an die inhaltliche und didaktisch-methodische Gestaltung des Biologieunterrichts:

  • Vermittlung von biologischem Fachwissen und Methodenkenntnis sowie die angemessene Berücksichtigung der Anwendungsbereiche
  • Wissenschaftspropädeutische Ausrichtung
  • Aufnahme fächerübergreifender Aspekte
  • Einbeziehung ethischer Reflexionen
  • Leistung eines Beitrags zur Persönlichkeitsbildung


Die Forderungen lassen sich nur auf der Basis eines wissenschaftlich orientierten Unterrichts erfüllen, dessen Stoffauswahl und Schwerpunktsetzung sich an den Grundphänomenen des Lebendigen, der Alltagswelt der Studierenden und dem aktuellen Stand ausgewählter Wissenschaftsbereiche orientiert.

 
Einführungsphase:

 In der Einführungsphase erfolgt, aufbauend auf den in der bisherigen Schullaufbahn erworbenen Fähigkeiten und Fertigkeiten, die Ergänzung und Vertiefung von Inhalten, vorwiegend im mikrobiologischen Bereich (Cytologie, Genetik: „Zelluläre und genetische Grundlagen der Entwicklung“), verbunden mit den entsprechenden experimentellen Methoden und unter der Maßgabe einer erwachsenengerechten Unterrichtsgestaltung. Zudem erhalten materialgebundene Aufgabenstellungen mit den abiturrelevanten Operatoren sowie die eigenständige Darstellung von fachlichen Zusammenhängen und Problemlösungsstrategien einen größeren Stellenwert.
Im Einzelnen sind folgende Bausteine vorgesehen:

  • mikroskopische Untersuchung der Zwiebelhaut
  • naturwissenschaftlicher Erkenntnisweg am Beispiel der Plasmolyse
  • Aufbau einer Biomembran
  • passiver und aktiver Transport
  • Zellorganellen im Überbblick
  • Pro- und Eukaryonten
  • Chloroplasten, Mitochondrien
  • Mitose
  • Meiose
  • Bedeutung des Zellkerns
  • Grundprinzip des technischen Klonens als Gentransfer
  • semi-konservative DNA-Replikation
  • Einführung in die Proteinchemie
  • Proteinbiosynthese
  • "Ein-Gen-Ein-Polypeptid-Hypothese"
  • Auswirkungen von Mutationen
  • Variabilität, Modifikation
  • Zusammenspiel von Rekombination, Mutation, Selektion
  • Enzyme: Substrat- und Wirkungsspezifität, Abhängigkeitsparameter, "Schlüssel-Schloss-Modell


Dem Unterricht der Einführungsphase kommt am Abendgymnasium in mehrfacher Hinsicht eine besondere Bedeutung zu:

  • Die Lerngruppen setzen sich aus Studierenden zusammen, die einen unterschiedlichen Bildungsweg durchlaufen haben und deswegen unterschiedliche fachliche Voraussetzungen, Vorstellungen und Erwartungen haben. Eine Aufgabe des Unterrichts besteht daher darin, an bekannte Inhalte anzuknüpfen, sie zu erweitern, neu einzuordnen und zu vertiefen.
  •  Am Ende der Einführungsphase müssen die Studierenden in der Lage sein, auf der Basis der unterrichtlichen Erfahrungen eine kompetente Wahlentscheidung für die Qualifikationsphase zu treffen.
  •  Auch solchen Studierenden, die nach der Einführungsphase andere Naturwissenschaften wählen, sollen zumindest Grundlagenkenntnisse der molekularen Genetik vermittelt werden, damit sie sachkompetent an der gesellschaftlichen Diskussion über entsprechende Fragestellungen teilnehmen können.

Am Ende der Einführungsphase sollen die Studierenden somit im Umgang mit den o. g. genannten typischen Aufgabenstellungen geübt sein, eine adäquate Fachsprache beherrschen und über ein aufbaufähiges Fachwissen verfügen.

Qualifikationsphase:
Die Qualifikationsphase wird bestimmt durch die inhaltlichen Vorgaben des  Kerncurriculums. Die inhaltsbezogenen Kompetenzen sind nach Basiskonzepten gegliedert:

1. Struktur und Funktion

2. Kompartimentierung

3. Sterung und Regelung

4. Stoff- und Energieumwandlung

5. Information und Kommunikation

6. Reproduktion

7. Variabilität und Angepasstheit

8. Geschichte und Verwandtschaft


Die Detailinhalte dieser Basiskonzepte sind als „Bausteine“ im "Kerncurriculum für das Gymnasium – gymnasiale Oberstufe, die Gesamtschule – gymnasiale Oberstufe, das Fachgymnasium, das Abendgymnasium, das Kolleg  - Biologie“ (Niedersächsisches MK, 2009) festgelegt. 

Die inhaltliche Gestaltung der vier Kurshalbjahre basiert auf den inhalts- und prozessbezogenen Kompetenzen (Erkenntnisgewinnung, Kommunikation, Bewertung) des Kerncurriculums.

Reihenfolge unserer Kursthemen in der Qualifikationsphase:

12/1: Der Stoffwechsel und seine Regulation

12/2: Lebensprozesse in Ökosystemen

13/1: Information und Kommunikation in lebenden Systemen

13/2: Entstehung der Vielfalt

 

Kurse auf grundlegendem und erhöhtem Anforderungsniveau stimmen prinzipiell in Bezug auf die Themenbereiche und „Bausteine“ überein. Im Kurs auf grundlegendem Anforderungsniveau erfolgt lediglich eine stärkere didaktische Reduktion der Inhalte sowie eine stärkere Vorstrukturierung und Eingrenzung der Aufgaben.


Leistungsbewertung:
Für die Leistungsbewertung sind die Mitarbeit im Unterricht (einschließlich besonderer Lernleistungen wie z. B. Referate) sowie die Klausuren entscheidend, wobei beide Bereiche gleichwertig berücksichtigt werden.

  • Klausuren Einführungsphase: 3 Klausuren, Dauer 90 Minuten
  • Jahrgangsstufe 12: 3 bzw. 2 Klausuren, Dauer 135 bzw. 90 Minuten
  • Jahrgangsstufe 13: 3 bzw. 2 Klausuren, Dauer 180 bzw. 135 bzw. 90 Minuten