Latein

Latein ist die europäische Ur-Muttersprache; es erleichtert das Lernen weiterer Sprachen und vertieft die Fertigkeiten im Deutschen; es eröffnet den Weg zu einer über die Tagesaktualität hinausgehenden Bildung. — Den Beweis dafür, dass es sich dabei um reelle Argumente handelt, trat einmal in der Münchner Glyptothek eine Schülerin an. Sie berichtete, versiert wie ein antiker Forumsrhetor [sich in der Öffentlichkeit politisch engagierender Redner], von den Vorteilen, die ihr das Lateinische für Englisch und Italienisch gebracht hat, und vom Zugang zu Philosophen, der ihr anders verschlossen geblieben wäre. Dass bei alledem Latein keine reine Gaudi ist, verschwieg sie ebenfalls nicht. Man habe gute Aussichten auf Erfolg, sagte sie, wenn man sich die ersten drei Jahre tüchtig dahinterklemme.

[basierend auf der Quelle: http://www.gs.cidsnet.de/latein/]

Summarische Übersicht: Argumente für Latein

[Quelle: http://www.gs.cidsnet.de/latein/]

1. Latein schult die sprachliche Ausdrucksfähigkeit!

2. Latein ist die Muttersprache Europas!

3. Latein bildet die kulturelle Grundlage Europas!

4. Latein fördert Genauigkeit und Konzentration!

5. Latein trainiert das Gedächtnis!

6. Latein erleichtert das Verständnis von Fremdwörtern!

7. Latein liefert Modelle menschlichen Denkens und Verhaltens!

8. Latein erzieht zu kritischem Umgang mit Sprache!

9. Latein ist nicht schwieriger als andere Fächer!

10. Latein lehrt analytisches Denken!

 

Grundsätzliches: Was Sie lernen

[basierend auf der Quelle: http://www.gs.cidsnet.de/latein/allgemeines.htm — Stand: 071117]

Im Fach Latein lernen Sie,

· Sprache zu durchschauen, Texte kritisch zu lesen, grundsätzliche Probleme zu analysieren und ein begründetes Urteil zu bilden;

· zu übersetzen aus der Fremdsprache in die Muttersprache bzw. Zielsprache (Sprachbeherrschung gehört zu den wichtigen Voraussetzungen für Argumentation und Überzeugungskraft in der heutigen Gesellschaft);

· sich Zeit zu nehmen zum Analysieren und Formulieren (Oftmals werden im Unterricht nur einige Sätze gelesen, aber diese genau und gründlich. Mit Stetigkeit, Konzentration, Genauigkeit und Selbstdisziplin vermittelt Latein so zugleich elementare Fähigkeiten für Schule, Studium und Beruf; mit Stilmitteln und Rhetorik stellt sie die Mittel bereit, Sprache künstlerisch zu gestalten und Ihr ästhetisches Empfinden zu schulen);

· täglich Vokabeln bzw. täglich Vokabeln zu lernen [!] (das trainiert das Gedächtnis wie kaum eine andere Tätigkeit. Ständiges Memorieren der Vokabeln und Formenlehre verhilft zu einer schnellen Auffassungsgabe und geschultem Gedächtnis. Dabei erlernen Sie verschiedene Mnemotechniken [Gedächtnis-Einprägungstechniken] und entdecken schon nach kurzer Zeit Ihre effizienteste Methode zum Auswendiglernen. Diese Methode lässt sich dann auch auf andere Fächer und im Beruf anwenden);

· durch Wortschatzaufbau Fachbegriffe aus dem Lateinischen abzuleiten oder deren Bedeutung herzuleiten (z. B. Radio, Computer, Konferenz, Immigration, Ratifizierung, Produktion, Inflation, bilateral, insolvent, importieren, expandieren usw.);

· Literatur und Kunst, Religion und Politik, kurz: das Leben der römischen Antike kennen.

Einige Lanzen für das Fach: Argumente, Latein zu lernen

[basierend auf der Quelle: http://melgym.de/index.php?id=97 — Stand: 071117]

Nicht Abwendung von, sondern Zugang zur Welt: In dem Roman „Die schöne Frau Seidenmann“ des Polen Szczypiorsky liest man die Beschreibung eines Philologen, wie er nicht sein soll: „Latein und Griechisch hatten aus ihm einen Menschen gemacht, der nicht in dieser Welt lebte. Er lebte einsam, umgeben von der angenehmen, kultivierten Welt der Klassiker. Er unternahm Spaziergänge mit Thukydides, Tacitus oder Xenophon unter dem Arm. Er aß mit Sophokles und Seneca. Lebendige Menschen erkannte er nur mühsam. Kontakt mit ihnen pflegte er nur der Form halber, weil sie zwar für das Leben notwendig, aber uninteressant und lautstark waren“. Ähnlich, nur satirisch-drastisch zugespitzt, hat Heinrich Mann seinen Roman-Titelhelden „Professor Unrat“ als den zu seiner Zeit typischen Altphilologen portraitiert. Dass das nicht das Ziel der Befassung mit Latein sein kann, zeigen die folgenden Punkte.

Verbesserte Kenntnis der deutschen Sprache in den Bereichen der Grammatik, Sprachtechnik, Formulierung und des Wortschatzes; einen Schlüssel zum Verständnis der eigenen Gegenwart, z. B. in den Bereichen Politik, Architektur, Technik. Und eventuell einen Schlüssel (von zugegebenermaßen vielen anderen möglichen) zum Verständnis der eigenen Person: Der griechische Philosoph Thales antwortete auf die Frage nämlich, was für den Menschen das Schwerste sei: „Sich selbst zu erkennen.“ — Mehr Klarheit über die eigene Identität zu erlangen, das ist ein recht moderner Gedanke, der gleichsam als Fundament einer humanen bzw. humanistischen Bildung dienen kann.

Altsprachlicher Unterricht als Schlüssel für die kulturellen und geistigen Traditionen Europas. Dieser Gedanke gewinnt in dieser Zeit an Bedeutung, in der wir verstärkt über den europäischen Einigungsprozess diskutieren. Europa muss mehr sein als eine Wirtschaftseinheit. Die Antike ist nicht irgendeine ferne, fremde, bunt-exotische Welt, geeignet für Antiquare und museale Spezialisten. Die Antike ist unsere gemeinsame, heute noch lebendige Vergangenheit. Von ihren Anfängen bei den Griechen Homers bis zum Corpus Iuris des Kaisers Justinian umfasst sie mit vierzehn Jahrhunderten mindestens die Hälfte der Geistes- und Kulturgeschichte Europas. Sie ist das Fundament, ohne das niemand die spätere Geschichte Europas und damit die eigene Gegenwart begreifen kann. — Auch und gerade dann, wenn Sie Ausflüge in die phantastische Literatur unternehmen, begegnet Ihnen Latein als ein Schlüssel zum Verständnis geheimer Wahrheiten oder dunkler Bedrohungen (z. B. bei dem britischen Schriftsteller M. R. James. Der Schatz des Abtes Thomas [deutsch 1970 u. ö.]. Fft./M.: insel und suhrkamp).

Auseinandersetzung mit weltanschaulichen und religiösen Vorstellungen: Bei der Suche nach den Wurzeln wirkt die Kultur Griechenlands und Roms bis heute, vermittelt auch durch das Christentum. Die Kirchenväter haben im Herbst der Antike ihre Spiritualität und Weltansicht im Dialog mit den antiken Quellen formuliert. Der Tradition der antiken Literatur, Rhetorik und Philosophie entnahmen sie jene Begriffe des Menschlichen, die auch dem christlichen Glauben an die Menschwerdung Gottes einen umfassenden und vollen Sinn gaben. Die Frage nach Gott – nicht zuletzt als eine Frage nach dem Menschen – gehört zur Menschheitsgeschichte. Die Antwort auf diese Frage suchten die Begründer der christlichen Theologie auch im Dialog mit ihrem weltlichen Gegenüber, der späten Antike.

Immun gegen moderne Parolen: Wer sich intensiv mit der Antike auseinandersetzt, geht oftmals seinen eigenen Weg. Er leistet sich geistige Freiheit, Gelassenheit und Souveränität. Er weiß, dass die bisweilen hektisch diskutierten Themen unserer Tage auch die Themen der Antike waren, und er kennt ihre Antworten. Das macht immun gegen manche moderne Parole. Wer sich intensiv mit dem Erbe der Antike auseinandersetzt, bleibt ein wenig skeptisch. Die klassischen Sprachen schaffen Distanz. Distanz befreit. In unseren Zeiten wird immer wieder Anpassungsfähigkeit verlangt. Aber Menschen müssen auch bereit sein, unbequeme Wege gehen. Junge Menschen, die den Wert der Freiheit kennen, ohne dabei ihre Verantwortung zu vergessen. Monika Maron hat in ihrem beklemmenden Roman „Stille“, Z. 6, in dessen Mittelpunkt das verhängnisvolle Wirken des SED-Funktionärs Beerenbaum steht, die Angst beschrieben, die Beerenbaum und seine Genossen vor humanistisch Gebildeten hatten: „Herr Beerenbaum kann kein Latein. Und darum hat er verboten, daß andere Latein lernen. Wer es konnte, mußte ins Gefängnis. Damit alle vergessen, daß es das gibt: Latein“.

Noch einmal in anderer Form Argumente für Latein:

[basierend auf der Quelle: http://www.nibis.ni.schule.de/~uegleer/ — Stand: 041128]

· Latein lebt weiter in vielen sog. Fremdwörtern wie Computer (computare = zusammenrechnen) oder Lehnwörtern wie „richtig“ (rectus). Schon in jeder Tageszeitung findet sich jede Menge Wörter lateinischen Ursprungs, erst recht aber in anspruchsvolleren Texten. Wer studieren möchte, kommt um etliche Fremdwörter einfach nicht herum.

· Latein lebt weiter und wie! – in vielen Sprachen Europas, den sog. romanischen Sprachen (Französisch, Italienisch, Portugiesisch, Spanisch, Rumänisch). Latein ist also die Basissprache Europas. Das liegt daran, dass die Römer vor etwa 2000 Jahren fast ganz Europa beherrscht haben. Jeder, der Asterix gelesen hat, weiß das. Sogar das Englische, die Weltsprache Nr.1, ist zu 50 % – 60 % lateinischen Ursprungs (z. B. computer).

· Latein schult das Denkvermögen, weil Latein eine Reflexionssprache ist, also eine Sprache, bei der man nachdenken (reflectere à reflektieren) kann. Jede Lateinstunde gibt ein Rätsel auf, das man mit intelligentem Nachdenken lösen muss. Das macht vielen Spaß, besonders denen, die ihren Verstand mögen.

· Latein verbessert die Deutschkenntnisse und damit die Fähigkeit, Texte besser zu verstehen. Die Unterrichtssprache ist Deutsch. Man lernt, die Fremdsprache Latein kreativ in gutes Deutsch zu übersetzen. Trotz aller Globalisierung: Jeder wird seine Muttersprache bzw. die Sprache desjenigen Landes, in dem er/sie lebt, (neben der Weltsprache Englisch) dringend brauchen, um voran zu kommen. Allein schon viele Abiturfächer verlangen muttersprachliche Kompetenz, [d. h., Kompetenz in der Sprache desjenigen Landes, das den Lebensmittelpunkt bildet], vor allem Geschichte, Politik, Religion, Erdkunde, aber auch andere, sogar Englisch und Französisch. Außerdem leben wir im Kommunikationszeitalter, in dem man viele, viele Informationen genau erfassen und intelligent ordnen muss. Diese Fähigkeiten vermittelt der Lateinunterricht in besonderem Maße.

· Etliche Studienfächer verlangen gute Kenntnisse im Fach Latein in Gestalt eines Prüfungsnachweises, des „Latinum“. Natürlich kann man das Latinum auch an der Universität nachholen. Die Universitäten warnen aber davor, weil die Zeit für diese „Crashkurse“ sehr kurz ist.

· Über das Fach Latein kann man eintauchen oder abtauchen – die Gegenwart ist ja auch nicht immer so spannend und schön – in eine andere, faszinierende Welt mit ihren Göttern (Mars, Neptun), geschichtlichen „Größen“ (Caesar, Augustus) und ihren besonderen Einrichtungen und Gewohnheiten (Thermen, Wagenrennen, „Miniröcke“ für Männer). Noch heute kann man im Mittelmeerraum die Überreste der antiken Kultur bewundern, besonders in Rom oder Pompeji. Wer sich mit anderen Welten beschäftigt, versteht die Gegenwart besser.

· Früher hat man immer gesagt: Wer gut Mathematik kann, kann auch gut Latein. Das stimmt zwar nicht immer, aber ziemlich oft. Man sollte schon Spaß an seinem Verstand haben. Man sollte Spaß an Rätseln haben. Und man sollte schon eine gewisse Geduld, ein gewisses Durchhaltevermögen mitbringen.

· Früher hat man immer gesagt: Wer Schwierigkeiten mit der Aussprache der modernen Fremdsprache hat, sollte lieber Latein wählen. Dazu nur eines: Im Fach Latein sind auch die herzlich willkommen, die keine Schwierigkeiten mit der Aussprache einer modernen Fremdsprache haben.

· Natürlich muss man auch Vokabeln lernen (wie in allen anderen Sprachen auch), und man beschäftigt sich auch mit der überaus nützlichen, aber nicht immer so appetitlichen Grammatik (aber das Prinzip der Grammatik gibt es in modernen Fremdsprachen auch). Heute kann man sich dabei helfen lassen von Computerprogrammen.

Wann und womit lernen Sie am Abendgymnasium Latein?

  1. Unterrichtsverteilung: Der Lateinunterricht am Abendgymnasium beginnt immer am 1. Februar (also mit Beginn des zweiten Schulhalbjahres) mit dem Sprachenvorkurs (4-stündig). — In der Einführungsphase (Klasse 11; 4‑stündig) wird die Lehrbucharbeit fortgesetzt, ebenso im 1. Halbjahr der Qualifikationsphase (12,1; 4-stündig). — Im 2. bis 4. Halbjahr der Qualifikationsphase (4-stündig) ist durch die vorgegebenen thematischen Schwerpunkte für den jeweiligen Abiturjahrgang festgelegt, welchen Texten und Autoren Sie sich widmen müssen. Gängig ist allen voran Cicero, gefolgt von Sallust, Seneca und Plinius. — Cäsar ist nur noch selten Thema.

  2. Unterrichtswerk ist gegenwärtig: Latinum, Vandenhoeck und Ruprecht in Göttingen, ISBN 3-525-71400-9. — An diesem Lehrwerk wird in Gestalt des Folgebandes Latinum B festgehalten (vgl. Fk-Beschluss vom 20.09.07, TOP 7).

  3. Grammatik: Zur unerlässlichen systematischen Vertiefung der Grammatik verwenden wir: Video, Anschauliche lateinische Kurzgrammatik. Hrsg. v. Manfred Blank, Werner Fortmann u. a. 2000 (Cornelsen). ISBN 3-464-79707-4.

  4. Wörterbuch: Eines der gängigsten Latein-Lexika wird auch am Abendgymnasium Sophie Scholl verwendet: Stowasser, Lateinisch-Deutsches Schulwörterbuch von Stowasser, Josef M.; Petschenig, M.; Skutsch, F.; Oldenbourg Schulbuchverlag.

ISBN 3-486-13405-1. — Andere zugelassene Lexika können Sie ebenfalls verwenden.

Welche Prüfungsvoraussetzungen erfüllen Sie mit dem Fach Latein?

Wie erwerben Sie am Abendgymnasium das Latinum?

  1. Prüfungsvoraussetzungen: Latein ist eine von zwei möglichen Fremdsprachen am Abendgymnasium Sophie Scholl Osnabrück. Sie erfüllen die Auflage für die zweite Fremdsprache, sofern Sie am Vorkurs teilnehmen und Latein in der 11. Klasse mit der Note 4,0 oder besser abschließen. Danach müssen sie Latein nicht weiter belegen. [Wenn Sie Latein nach Klasse 11 abwählen, müssen Sie Englisch in der Q-Phase durchgängig belegen, vgl. unten.]

  2. Erwerb des Kleinen Latinums: Am Abendgymnasium können Sie das Kleine Latinum erwerben. (Das Latinum und das Große Latinum können Sie deshalb nicht erwerben, weil Latein am Abendgymnasium Sophie Scholl nicht als Kurs auf erhöhtem Leistungsniveau angeboten wird, auch nicht als schriftliches P4-Fach.) Vergleichen Sie hierzu die tabellarische Darstellung unten

Mindestvoraussetzungen zum Erwerb des Kleinen Latinums
am Abendgymnasium Sophie Scholl Osnabrück

[zusammengestellt nach folgender Quelle: Homepage „Schule und Recht in Niedersachsen — Gesetze, Verordnungen, Erlasse und Kommentare“: Ergänzende Bestimmungen zur Verordnung über die Abschlüsse in der gymnasialen Oberstufe, im Fachgymnasium, im Abendgymnasium und im Kolleg (EB - AVO - GOFAK) = http://www.schure.de/22410/33,83213,a2.htm; Stand November 2007]

 

Kleines Latinum

Latinum

Großes Latinum

Vk

Teilnahme am Sprachenvorkurs

  • dito!

s. u.

Eph

In jedem der beiden Halbjahre die Note „ausreichend“

  • dito!

s. u.

Qph

  • Teilnahme an allen vier Kursen und
  • entweder in 13,1 und 13,2 zusammen 10 Punkte, in 13,2 mindestens 5 Punkte;
  • oder Latein als P 5 in Block III mit mindestens 20 Punkten.

als viertes Prüfungs­fach in Block III mit 20 Punkten

(gemäß TOP 4 der Fk vom 22.3.07 analog zu Franzö­sisch nicht möglich!)

(nicht möglich am Abendgymnasium Sophie Scholl!)

E-Phase: Welche Fremdsprachenkenntnisse müssen vorhanden sein?

(Aufnahme in die Einführungsphase: Welche Voraussetzungen müssen gegeben sein?)

E-Phase und Q-Phase: Wie sind die Fremdsprachen zu belegen?

(Belegungsverpflichtungen für die Fremdsprachen ab der Eph)

[zusammengestellt nach folgender Quelle: Homepage „Schule und Recht in Niedersachsen — Gesetze, Verordnungen, Erlasse und Kommentare“: Verordnung über das Abendgymnasium und das Kolleg (VO-AK) = http://www.schure.de/22410/vo-ak.htm; Stand November 2007]

 

 

Voraussetzungen

F 1 (i. A. Englisch)

F 2 (i. A. Fr/La)

Allgemein gilt:

Der Schüler ist verpflichtet, in der Einführungsphase und in der Qualifikationsphase durchgehend am Unterricht in einer dieser Fremdsprachen teilzunehmen.

Möglichkeit 1

[Kenntnisse beim Eintritt in die E‑Phase]:

Kenntnisse, die dem Anforderungsniveau des Sekundarabschlus­ses I – Hauptschulabschluss entsprechen.

Kenntnisse, die mindestens dem Anforderungsniveau eines vierjährigen aufsteigenden Unterrichts entsprechen, wenn die Leistungen in dieser Fremdsprache am Ende des letzten Schuljahres mit mindestens „ausreichend“ bewertet worden sind.

Möglichkeit 2:

[am Abendgymnasium Sophie Scholl Osnabrück angeboten für Latein und Französisch]

Wer Englisch im Vorkurs (§ 9) belegt und mindestens mit ausreichenden Leistungen abgeschlossen hat, muss am Unterricht in Englisch in der Eph und in der Qph durchgehend teilnehmen. 2Dabei darf in der Qph kein Schulhalbjahr mit 00 Punkten abgeschlossen werden.

Wer keine Kenntnisse in F2 hat, muss vom Beginn der Eph an am Unterricht in F2 teilnehmen, und zwar

·zuvor (!) im Vk ½ Jahr, dann

· in der Eph 2 ´ ½ Jahr á jeweils 4 h/Woche, wobei in der Eph mindestens ausreichende Leistungen erreicht werden müssen.

Möglichkeit 3

[am Abendgymnasium Sophie Scholl Osnabrück angeboten ausschließlich für Französisch]:

In der Eph ist am Unterricht durchgehend teilzunehmen.

Wer keine Kenntnisse in F2 hat, muss vom Beginn der Eph an am Unterricht in F2 teilnehmen, und zwar

·in der Eph und dem ersten Schuljahr der Qph mit je 4 h/Woche, wobei in den beiden Schulhalbjahren der Qph zusammen mindestens 10 Punkte, dabei im zweiten Schulhalbjahr mindestens 5 Punkte erreicht werden müssen,

·in der Einführungs- und Qualifikationsphase durchgehend, wobei in der Qualifikationsphase kein Schulhalbjahr mit 0 Punkten abgeschlossen werden darf.

Möglichkeit 4

[am Abendgymnasium Sophie Scholl angeboten ausschließlich für Französisch]:

In der Eph ist am Unterricht durchgehend teilzunehmen.

Wer keine Kenntnisse in F2 hat, muss vom Beginn der Eph an am Unterricht in F2 teilnehmen, und zwar

in der Eph und Qph durchgehend, wobei in der Qph kein Schulhalbjahr mit 00 Punkten abgeschlossen werden darf.

1Wer vor der Aufnahme in das Abendgymnasium oder das Kolleg eine ausländische Schule besucht hat, kann seine Verpflichtungen zur ersten oder zweiten Fremdsprache in einer von den Anforderungen der Absätze 1 bis 4 abweichenden Weise erfüllen, wenn in einer ersten oder zweiten Fremdsprache dadurch ein den Anforderungen der Absätze 1 bis 4 gleichwertiges Sprachniveau gewährleistet wird. 2Die Entscheidung trifft die Schule.

 

 

 

 

 

 

ÜBERSICHT: LATINUM, KLEINES LATINUM, GROßES LATINUM[1]

Im Folgenden eine kurze Übersicht über das (Kleine und Große) Latinum als Studienvoraussetzung, zusammengestellt von Thomas Hibben, Friesoythe. Sie entstammt dem Mitteilungsblatt des DAV (Lv Niedersachsen, Bremen und Hamburg) Heft 2 (Jg. 54) vom Oktober 2004, S. 31f. Diejenigen, für die es unerlässlich ist, sich genauer zu informieren, finden ausführliche Informationen rund ums Latinum als Studienvoraussetzung (vgl. a. Anm. 2) hier: http://www.altphilologenverband.de/framesetlatein.html. — Stand: Januar 2007.

· Das Kleine Latinum kann neben dem Latinum erworben werden in NRW und Thüringen.

· Das Große Latinum kann neben dem Latinum erworben werden in Baden-Württemberg, Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz und Saarland.

· Neben dem Latinum können das Kleine und das Große Latinum erworben werden in Niedersachsen, Bremen, Hamburg, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein.

· Das Latinum ist in Bayern, Berlin, Brandenburg, Hessen und Sachsen die einzige Latein-Qualifikation.

· Generell gilt, dass die einzelnen Lateinabschlüsse trotz (zur Zeit noch) vorliegenden Unterschieden hinsichtlich des Beginns der Fremdsprache an den Schulen zwischen den einzelnen Bundesländern eine Vergleichbarkeit gewähren.

· Zur Zeit gibt es etwa 130 Fächer an den verschiedenen Hochschulen in Deutschland, die – in unterschiedlicher Form – Lateinabschlüsse vorschreiben. Dabei unterscheiden sich diese Lateinkenntnisse hinsichtlich ihrer Art, z. B. Kleines Latinum oder lediglich Lateinkenntnisse, und hängen zudem ab vom jeweiligen Fach, das studiert wird, sowie dem angestrebten Abschluss (Magister, Staatsexamen, Promotion, Diplom).

· Zur Zeit ist feststellbar, dass Lateinkenntnisse häufiger in Form des Kleinen Latinums verlangt werden als in der des Großen Latinums.

 

Anzahl der Fächer mit:

Anzahl der Fächer mit:

Studiengang

Kleinem Latinum

Großem Latinum

Magister

96

51

Staatsexamen

18

10

Promotion

28

32

Diplom

02

02

Das Kleine Latinum wird dabei für verschiedene Fächer verlangt an den Universitäten:

Bremen, TU Braunschweig, Frankfurt am Main, Gießen, Göttingen, Hannover, Hamburg, Kiel, Köln, Magdeburg, Mannheim, Münster, Oldenburg, Osnabrück, Regensburg.

nur für Zahnmedizin:

Düsseldorf, Halle-Wittenberg, Leipzig, München, Würzburg.

Das Große Latinum wird dabei für verschiedene Fächer verlangt an den Universitäten:

Bamberg, FU Berlin, Freiburg, Gießen, Göttingen, Heidelberg, Hamburg, Kiel, Köln, Magdeburg, Mannheim, Osnabrück, Tübingen.

· Eine tiefer gehende Unterscheidung hinsichtlich der einzelnen Fächer und Studienmöglichkeiten kann unter www.DAV.de eingesehen werden.[2]

 Eine Übersicht, zusammengestellt von Joachim Hamm

 Quellenangaben: Sofern ich für diesen Text Quellen verwendet habe, verzeichne ich sie unter der jeweiligen Teilüberschrift in eckigen Klammern. Wenn die Angabe lautet „basierend auf der Quelle …“, dann habe ich mir teils große Eingriffe in den zugrunde liegenden Text erlaubt, um ihn auf unsere Bedürfnisse zuzuschneiden.


[1] Die folgende Zusammenstellung stammt von Herrn T. Hibben. Sie kann nützlich werden, wenn Schüler nach den verschiedenen Abschlussmöglichkeiten für Latein in der Qualifikationsstufe fragen. Außerdem ist sie grundsätzlich unverzichtbar in der Argumentation für die Wahl von Latein als FS [Anm. d. Red.].

[2] Quelle: Homepage des DAV < www.DAV.de>, Stand: Juni 2004.